Vorlesung: Codierung und Kryptographie
  Vigenère-Chiffre interaktiv
 

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Geschichtliches zur Vigenère-Chiffre

Bis in das 16. Jahrhundert hinein wurden im wesentlichen mono-alphabetische Verschlüsselungsmethoden verwendet. Bei der mono-alphabetischen Verschlüsselung wird jedes Zeichen des Klartextes immer genau durch dasselbe Code-Zeichen ersetzt. Ein besonders einfaches, historisch bedeutsames Beispiel stellt die Caesar-Chiffrierung dar. Alle mono-alphabetischen Verfahren weisen die ihnen innewohnende Schwäche auf, dass verschlüsselte Texte relativ leicht durch eine Häufigkeitsanalyse zu entschlüsseln sind.

Der französische Diplomat Blaise de Vigenère (1523 - 1596) entwickelte die nach ihm benannte Verschlüsselungsmethode, um die Schwächen des Cäsar-Codes und anderer mono-alphabetischer Verfahren zu überwinden. Statt nur eines Alphabetes werden bei der Vigenère-Chiffrierung mehrere (meist 26) Alphabete verwendet, die dadurch entstehen, dass man das Ausgangsalphabet jeweils zyklisch um eine Stelle "rotiert" und die so entstandenen Alphabete im sogenannten Vigenère-Quadrat untereinander schreibt. Durch ein Schlüsselwort wird bestimmt, mit Hilfe welches Alphabets jeweils ein Zeichen substituiert wird. Tritt ein Buchstabe im Klartext mehrfach auf, so wird er im verschlüsselten Text in der Regel in unterschiedliche Buchstaben "übersetzt". Verschlüsselungsmethoden mit dieser Eigenschaft bezeichnet man als "poly-alphabetisch" (bzw. als "poly-alphabetische Substitution"). Die Vigenère-Chiffrierung stellt, historisch gesehen, die erste poly-alphabetische Substitution dar.

Vigenere-Quadrat:
abcdefghijklmnopqrstuvwxyz
bcdefghijklmnopqrstuvwxyza
cdefghijklmnopqrstuvwxyzab
defghijklmnopqrstuvwxyzabc
efghijklmnopqrstuvwxyzabcd
fghijklmnopqrstuvwxyzabcde
ghijklmnopqrstuvwxyzabcdef
hijklmnopqrstuvwxyzabcdefg
ijklmnopqrstuvwxyzabcdefgh
jklmnopqrstuvwxyzabcdefghi
klmnopqrstuvwxyzabcdefghij
lmnopqrstuvwxyzabcdefghijk
mnopqrstuvwxyzabcdefghijkl
nopqrstuvwxyzabcdefghijklm
opqrstuvwxyzabcdefghijklmn
pqrstuvwxyzabcdefghijklmno
qrstuvwxyzabcdefghijklmnop
rstuvwxyzabcdefghijklmnopq
stuvwxyzabcdefghijklmnopqr
tuvwxyzabcdefghijklmnopqrs
uvwxyzabcdefghijklmnopqrst
vwxyzabcdefghijklmnopqrstu
wxyzabcdefghijklmnopqrstuv
xyzabcdefghijklmnopqrstuvw
yzabcdefghijklmnopqrstuvwx
zabcdefghijklmnopqrstuvwxy

--> Das Verschlüssungsverfahren - ein konkretes Beispiel