Vorlesung: Codierung und Kryptographie
  Vigenère-Chiffre interaktiv
 

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Die Schwachstellen der Vigenère-Chiffre

Wie man z.B. an den drei aufeinanderfolgenden Buchstaben "f" des Klartextes sieht, werden gleiche Buchstaben des Klartexts in der Regel in verschiedene Buchstaben des Geheimtextes transformiert.

Die für jede natürliche Sprache charakteristischen Häufigkeiten der Buchstaben werden auf diese Weise bei der poly-alphabetischen Verschlüsselung verwischt, so dass sie nicht durch eine einfache Häufigkeitsanalyse geknackt werden kann.

Kennt man jedoch die Länge des Schlüssels (oder errät sie), dann ist eine Entschlüsselung ("Kryptoanalyse") möglich. Allerdings muss dann für jeden Schlüsselbuchstaben eine Häufigkeitsanalyse vorgenommen werden. Zum Beispiel muss bei einem Schlüsselwort der Länge 2 dann für die geraden und für die ungeraden Buchstaben eine Häufigkeitsanalyse durchgeführt werden. Wählt man das Schlüsselwort jedoch hinreichend lang, z.B. mindestens mit der Hälfte der Klartext-Länge, dann ist eine Analyse auf Basis der Häufigkeiten nicht mehr praktikabel.

Lange Zeit galt die Vigenère-Chiffre als sicher, bis im Jahr 1863 der preußische Infanteriemajor Friedich Wilhelm Kasiski (1805-1881) eine Methode veröffentlichte, mit der die Schlüssellänge relativ sicher erraten werden konnte. Eine weitere Methode entwickelte der US Army Colonel William Frederick Friedmann (1891-1969) im Jahr 1925. Beide Verfahren gelten als wichtige Eckpunkte der Kryptoanalyse.

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